Warum kann das Autonome Zentrum nicht im Sinne ökologischer sowie kultureller Nachhaltigkeit am aktuellen Standort bleiben und in das Stadtentwicklungsprojekt ‚ParkstadtSüd‘ bzw. in den Inneren Grüngürtel integriert werden?

Das Autonome Zentrum in Köln stellt seit nunmehr 10 Jahren einen Hotspot für eigeninitiierte Kultur, Kunst und Kreativität dar. Neben Veranstaltungen in diesen Bereichen finden unkommerzielle Sportangebote, Ateliers, DIY-Werkstätten, Workshops, ein Umsonstladen, Lebensmittelrettungen uvm. im AZ Köln ihre Räumlichkeiten. Warum sieht die Stadtpolitik vor, einen solchen vitalen und für Köln wichtigen Ort abzureißen und umziehen zu lassen, anstatt einen Verbleib an Ort und Stelle, zum Beispiel im Rahmen der „Kölner Perspektiven 2030+“, zu fokussieren? Das Gebäude ließe sich durchaus in die geplante Erweiterung des Inneren Grüngürtels integrieren, ohne die Durchlässigkeit des Grüngürtels zu gefährden. Zwischen Amtsgericht und dem neuen Stadtarchiv wäre genug Zugänglichkeit, um in den dahinter liegenden Parkbereich zu gelangen (‚Zusammendenken der grünen Infrastruktur und der Siedlungsentwicklung‘). Außerdem würde ein Abriss der Gebäude eine weitaus schlechtere Ökobilanz bedeuten, als ein Erhalt (‚Verbesserung des kleinräumigen Stadtklimas‘).
Ebenfalls für den Verbleib am aktuellen Standort spricht der ‚Schutz und Erhalt bestehender sozio-kultureller Angebote und Standorte der Kreativwirtschaft‘ im Sinne einer kulturellen Nachhaltigkeit. Ein Umzug des AZ, ganz gleich wohin, würde bedeuten, dass sich ein solch buntes Kultur- und Vernetzungsangebot, wie es in seiner aktuellen Vielfalt besteht, nicht nur gänzlich neu initiieren, sondern ebenso vom neuen Standort/Veedel angenommen werden müsste. Außerdem würde der Verbleib des AZ am momentanen Standort zur ‚Stärkung und Entwicklung von sozialen, kulturellen und/oder Bildungsangeboten im bestehenden Siedlungsgebiet‘ beitragen. Mit seiner unmittelbaren Lage an der Luxemburger Straße wird dieser konkrete Ort wohl weitaus mehr belebt und von Menschen genutzt, als dass es Wiese an dieser Stelle tun würde. Niemand setzt sich in ein solches Parkareal, wenn 10 Meter weiter eine solch dicht befahrene Straße mit Abgasen und Lärm stört. Nicht zuletzt trägt das AZ in Köln, welches sich selbst als ein offener und möglichst diskriminierungsarmer Freiraum versteht, zu einer ‚Stärkung der Infrastruktur für Chancengerechtigkeit und Teilhabe‘ bei.
Im Sinne der angebrachten Punkte der Zielkarten Soziales, Kultur und Bildung sowie Grün und Klima macht für mich ein Verbleib und eine Integration des AZ im Inneren Grüngürtel am ehesten Sinn.

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